Autor Thema: Akkordbezeichner für Akkordeon  (Gelesen 2724 mal)

harm6

  • Gast
Akkordbezeichner für Akkordeon
« am: Mittwoch, 6. Mai 2015, 00:33 »
Hallo Arnold,

ich beziehe mich auf


Und noch eine Rückfrage:
Nur die Gitarren-Stil Akkordbezeichnungen?
Oder auch der deutsche Akkordeon-Stil? (Großbuchstabe = Baßton, Kleinbuchstabe = Akkord)

Arnold

Die Frage nach Akkordnamen für Akkordeon ist auch schon von David Kastrup aufgeworfen worden
http://lists.gnu.org/archive/html/lilypond-devel/2015-04/msg00159.html

Da der patch noch nicht weit genug entwickelt ist habe ich da noch nicht zurückgefragt.

Aber da Du die Frage ja auch gestellt hast: Mir ist nicht klar was das Ziel ist.

Besonders:
Wie soll die Eingabe aussehen?
Welche Ausgabe ist gewünscht?
 Insbesondere:
 Wie sollen die Akkordbezeichner aussehen?
 Welche Noten sollen klingen? (Wenn man das ganze nicht in ChordNames sondern in Staff setzt.)

Hilfreich wären auch scans gedruckter Noten. Hast Du welche bzw kannst Du welche erstellen?


Gruß,
  Harm

Arnold

  • Gast
Re: Akkordbezeichner für Akkordeon
« Antwort #1 am: Mittwoch, 6. Mai 2015, 17:54 »
Hallo Harm,

wohl wegen dieser Probleme habe ich meine stradella-toolbox erstellt, bei der ich die Oktaven als Stellvertreter für die Stradella-Funktion nehme.

Das Stradella-Konzept lautet: Funktion ohne explizite Lage in der Oktave. Erst im Instrument (Hardware) und für die Notenschrift wird es auf einzelne Oktaven verteilt.

Zur Technik (Hardware):
Das "normale" Akkordeon hat für die linke Hand Baß-Tasten und Akkord- (bzw. Dreiklang)-Tasten.
Alle Töne dieser Baßseite sind typischerweise über 4 Oktaven "einfach" vorhanden (je Registrierung).
Bei den Akkorden (Dreiklängen) werden die Töne den beiden oberen Oktaven aktiviert (also automatische Dreiklangumkehr),
bei den Baßtönen werden diese Töne aus allen vier Oktaven aktiviert. Selbstverständlich können Tonventile durch mehrere Tasten gleichzeitig geöffnet werden, es spielen also dann keine verdoppelten Zungen.
Wenn man von diesen vier Oktaven chromatischen Tönen in der Baß-Seite die Grenzen von der Lautstärke etwas zurücknimmt, kann der Eindruck entstehen, daß eine Tonleiter "unendlich gespielt" dennoch auf der gleichen empfunden Tonhöhe bleibt - ein physikalischer Effekt, auf den offenbar die Stradella-Theorie aufbaut.

Zur Notation (Noteneingabe):
Ist wohl insgesamt nicht geklärt (für Lilypond), denn man muß eigenlich in der Baßzeile sowohl Einzeltöne (die Baßtöne) als auch Dreiklänge/Akkorde (Dur, Moll, Sept, Vermindert) eingeben, auch zum gleichzeitigen erklingen. Ob schon jemand eine Bluesterz durch gleichtiges C-Dur und C-Moll simuliert hat, weiß ich nicht! In meiner stradella-toolsbox habe ich das über die proxy-Notation gelöst - ich hänge möglichst schnell an die Töne ein Attribut 'ich repräsentiere einen Baßton / Dur-Dreiklang / Moll-Dreiklang / Sept-Akkord / verminderten Septakkord' an, dann kann ich diese später zu dem jeweils gewünschten Ergebnis erweitern.

Zur Notaion (Notendruck):
Es gibt eine "Deutsche Tradition", und eine internationale der "American Accordion Association", und manches mal versucht man beide mit einem Notendruck zu befriedigen.

Beispiele:
In meinem stradella-bass.pdf (ganz hier in der Nähe abgelegt in einem Thread) ist
- auf Seite 4 eine Darstellung, welche Töne ein einem Akkordeon wirklich klingen
- auf Seite 5 eine "amerikanische" und eine "deutsche" Form, wenn man alle Töne bezeichnen würde
- auf Seite 8 sind sie dann schon etwas aufgeräumter.
Weitere Notationsbeispiele (überwiegend Ausschnitte), die ich zuhause habe, werde ich dir demnächst zusenden,
auch ein alte Akkordeonnotation, als die "heute übleiche" Notationsweise sich offenbar noch nicht ausgebildet hatte.

Ich spiele zwar kein Akkorden, kenne aber jemanden mit Piano-Akkordeon und Steirischer Harmonika, und ein paar Noten für Akkordeon liegen auch bei mir zuhause rum.

Arnold