Autor Thema: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung  (Gelesen 4060 mal)

harm6

  • Gast
Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« am: Dienstag, 5. Mai 2015, 01:52 »
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade damit LilyPonds chord-naming neu zu schreiben. Zumindest immer dann, wenn ich Zeit dafür finde.
https://code.google.com/p/lilypond/issues/detail?id=4344

Beim (Sub-)Thema deutsche Akkordbezeichner bitte ich Euch um Eure Meinung:

Das folgende Bild zeigt u.a. einige "german" und "semi-german" Akkordnamen



Es stammt aus der aktuellem NR.

Meiner Meinung nach ist es seltsam den Hauptnamen als H# auszugeben, den Bass aber als his (german und semi-german), bzw Bb und b (in semi-german).

Wenn man schon deutsche Namen schreibt dann Heses, B, H, His, Hisis (sowie deren klein geschriebenes Pendant für Bässe), imho
Entsprechend natürlich für alle anderen (alterierten) Stufen.

Insoweit neige ich dazu:

ceses, ces, c, cis, cisis
deses, des, d, dis, disis
eses, es, e, eis, eisis
feses, fes, f, fis, fisis
geses, ges, g, gis, gisis
ases (oder asas), as, a, ais. aisis
heses, b, h, his, hisis

vorzuschlagen und einzubauen, sowie die Unterscheidung von german und semi-german schlichtweg zu löschen.

Aber vielleicht ist das ja doch irgenwo nützlich und ich weiß es bloß nicht.


Was meint ihr?


Grüße,
  Harm

Arnold

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #1 am: Dienstag, 5. Mai 2015, 09:23 »
Hallo Harm,

für 'german' ja.

Semi-German ist aus meiner sicht die »Zielgruppe«, für "Deutsche" (den H-lern) lesbare Akkordbezeichnungen zu schreiben, welche von den »B-lern« dennoch richtig interpetiert werden - diese also nicht dazu verleitet werden, H-Dur statt B-Dur zu spielen.
Deshalb würde ich diese Ausprägung weiter behalten.

Und noch eine Rückfrage:
Nur die Gitarren-Stil Akkordbezeichnungen?
Oder auch der deutsche Akkordeon-Stil? (Großbuchstabe = Baßton, Kleinbuchstabe = Akkord)
Auch Musikanalyse-Stil? (Großbuchstabe = Dur, Kleinbuchstabe = Moll)

Arnold

fugenkomponist

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #2 am: Dienstag, 5. Mai 2015, 10:23 »
Ist es im Deutschen wirklich üblich, Basstöne klein zu schreiben? Kommt mir irgendwie komisch vor und ich meine, ich hätte es auch schon anders gesehen (a/C, E/H, …)

Was mir jedenfalls gerade vor ein paar Tagen aufgefallen ist: ♯ und ♭ stehen im Englischen richtig positioniert, im Deutschen (und anderen Sprachen) aber viel zu hoch. Und ja, ich würde auch zu Fis statt F♯ tendieren für german. Für semiGerman ergibt allerdings doch eher F♯ Sinn, wenn man doch auch B♭ schreiben will …

Noch eine Kleinigkeit: Ich hab noch nie jemanden „ases“ sagen hören, immer nur „asas“. Ich würde also zu letzterem tendieren und vermute, dass ases in LilyPond nur eingebaut ist, falls mal jemand noch keine der beiden Bezeichnungen gehört hat …

Edit: Auf Italienisch stehen die Versetzungszeichen nochmal auf ner anderen Höhe als auf Deutsch … Wie kommt es eigentlich in scm/chord-name.scm (wo das definiert zu sein scheint) zu Zahlen wie 0.57285385 und 0.094725? (Die scheinen irgendwie mit der Positionierung im Markup zu tun zu haben.) Und warum gibts da keine einheitliche Lösung für alle Sprachen?
« Letzte Änderung: Dienstag, 5. Mai 2015, 10:36 von fugenkomponist »

trulli

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #3 am: Dienstag, 5. Mai 2015, 21:05 »
Hallo harm,

gute Idee da mal ein Update zu machen.

Meine Meinung: Semi-german finde ich überflüssig und verwirrend. Bei Slash-chords (für Gitarre und Klavier) kenne ich auch nur die Schreibweise, dass der Basston groß geschrieben wird, also z.B. E/D. Die Versetzungszeichen finde ich auch falsch positioniert, wie fugenkomponist schon bemerkte.
Die Diskussion um kleine Buchstaben für Moll-Akkorde ist wohl nicht tot zu kriegen. Ich habe in Lieder- und Theoriebüchern der letzten 15 Jahre keine kleinen Buchstaben mehr gesehen.

LG Trulli
« Letzte Änderung: Dienstag, 5. Mai 2015, 21:11 von trulli »

harm6

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #4 am: Mittwoch, 6. Mai 2015, 00:04 »
[...]
Semi-German ist aus meiner sicht die »Zielgruppe«, für "Deutsche" (den H-lern) lesbare Akkordbezeichnungen zu schreiben, welche von den »B-lern« dennoch richtig interpetiert werden - diese also nicht dazu verleitet werden, H-Dur statt B-Dur zu spielen.
Deshalb würde ich diese Ausprägung weiter behalten.

Aber Hauptname (root) und bass anders formatieren im Hinblick auf die Art und Weise wie Alterierungen geschrieben werden??
Das halte ich nachgerade für absurd.

Zitat
Und noch eine Rückfrage:
Nur die Gitarren-Stil Akkordbezeichnungen?
Oder auch der deutsche Akkordeon-Stil? (Großbuchstabe = Baßton, Kleinbuchstabe = Akkord)

Eigentlich sind diese Bezeichner nicht allein für die Gitarre da.

Aber beim Akkordeon gibt es offensichtlich noch andere Gepflogenheiten.
Ich werde da in Kürze einen eigenen Thread in unserer Akkordeonecke öffnen.

Zitat
Auch Musikanalyse-Stil? (Großbuchstabe = Dur, Kleinbuchstabe = Moll)

Da habe ich ein paar Ideen im Hinterkopf, das wird aber warten müssen bis der patch steht oder vielleicht auch bis er durch ist  ...


Gruß,
  Harm

harm6

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #5 am: Mittwoch, 6. Mai 2015, 00:17 »
Ist es im Deutschen wirklich üblich, Basstöne klein zu schreiben? Kommt mir irgendwie komisch vor und ich meine, ich hätte es auch schon anders gesehen (a/C, E/H, …)

Was mir jedenfalls gerade vor ein paar Tagen aufgefallen ist: ♯ und ♭ stehen im Englischen richtig positioniert, im Deutschen (und anderen Sprachen) aber viel zu hoch. Und ja, ich würde auch zu Fis statt F♯ tendieren für german. Für semiGerman ergibt allerdings doch eher F♯ Sinn, wenn man doch auch B♭ schreiben will …

[...]

Edit: Auf Italienisch stehen die Versetzungszeichen nochmal auf ner anderen Höhe als auf Deutsch … Wie kommt es eigentlich in scm/chord-name.scm (wo das definiert zu sein scheint) zu Zahlen wie 0.57285385 und 0.094725? (Die scheinen irgendwie mit der Positionierung im Markup zu tun zu haben.) Und warum gibts da keine einheitliche Lösung für alle Sprachen?

Das grundlegende Problem besteht darin, daß es keine allgemeingültigen Regeln gibt, wie Akkorde zu schreiben sind.
Insoweit sollte LilyPond die Möglichkeit eröffnen, daß jeder user seine eigenen Vorstellung auf einfache Art und Weise umsetzen kann.

Im Moment geht das nur über chord-exceptions, was sehr aufwendig ist oder indem man eine custom-chord-naming-function selbst schreibt. Und das dürfte den durchschnittlichen User doch ein wenig überfordern ...

Eine wesentliche Ursache für diese Schwierigkeiten liegt darin, daß der entsprechende Code momentan ein wildes Durcheinander von Daten-analyse und markup-Formatierungen ist.

Mein patch wird versuchen das Ganze zu entzerren, mit dem Ziel neue Akkordformatierungen zu erleichtern.


Gruß,
  Harm

harm6

  • Gast
Re: Deutsche Akkordbezeichnungen - Eure Meinung
« Antwort #6 am: Mittwoch, 6. Mai 2015, 00:24 »
Hallo harm,

gute Idee da mal ein Update zu machen.

Sieht eher so aus als würde ich diesen Code in wesentlichen Punkten neu schreiben ...

Zitat
Meine Meinung: Semi-german finde ich überflüssig und verwirrend. Bei Slash-chords (für Gitarre und Klavier) kenne ich auch nur die Schreibweise, dass der Basston groß geschrieben wird, also z.B. E/D. Die Versetzungszeichen finde ich auch falsch positioniert, wie fugenkomponist schon bemerkte.
Die Diskussion um kleine Buchstaben für Moll-Akkorde ist wohl nicht tot zu kriegen. Ich habe in Lieder- und Theoriebüchern der letzten 15 Jahre keine kleinen Buchstaben mehr gesehen.

LG Trulli

Klein geschriebene moll-Akkode sind einfach handhabbar und ich plane nicht diese Möglichkeit zu verändern.
Groß-/Kleinschreibung für Bässe sollte vom user mir einfacheren Mitteln einstellbar sein.

Gruß,
  Harm