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Einzelne Noten nach links oder rechts verschieben

Begonnen von trulli, Donnerstag, 6. August 2009, 23:00

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trulli

Hallo,

schon wieder ne Frage, weil ich nicht durch Suche oder Dokumentation weiterkomme.

In diesem Takt liegt der Fingersatz auf den Hilfslinien. Es geht um die markierte Stelle. Ich möchte die Noten cis und h nach rechts verschieben.

%Takt 2
<<
\relative c'
{ \set fingeringOrientations = #'(left)
c?4 <d-3 a-1>  <gis, dis'>8 f' }
\\
\relative c'
{ \set fingeringOrientations = #'(left)
<g,-1>8 [ fis] e <cis'-4>16 <h-2> ais4 }
>>

Wie macht man das? (-> Version 2.12.1)

Danke und Grüße

RobUr

\once \override NoteColumn #'force-hshift = #X

X in staff spaces (Abstand zwischen zwei Notenlinien).

In deinem Fall also mit einer Verschiebung um 1,5 Linienabständen nach rechts:

%Takt 2
<<
\relative c' {
    \set fingeringOrientations = #'(left)
    c?4 <d-3 a-1>  <gis, dis'>8 f'
}
\\
\relative c' {
    \set fingeringOrientations = #'(left)
    <g,-1>8 [ fis] e
    \once \override NoteColumn #'force-hshift = #1.5 <cis'-4>16
    \once \override NoteColumn #'force-hshift = #1.5 <h-2>
    ais4
}
>>


Grüße,
Robert

comper

Ein nützlicher Trick ist hier den vorangehenden Hals rechts sperriger machen:

\once \override Stem #'X-extent = #'(0 . 3)
e8
\once \override Fingering #'padding = #0
<cis'-4>16

Der Fingersatz-Abstand ist auch an dieser Kollision beteiligt: 
- Fingering #'padding wäre (ohne \override) 0.5
- Staff.AccidentalPlacement #'left-padding bleibt oben unverändert 0.2

Und jetzt die 3 fein einstellen ...

Gruss

RobUr

Schon seltsam, wie sich manches sträubt ;-)

Die Lösung von comper funktioniert wie immer hervorragend! Ich habe Lily noch soweit bekommen, die "4" über der Note zu platzieren (das ist vielleicht auch irgendwann mal vonnöten), indem ich fragliche Note aus dem Akkordmodus herausgenommen habe, wodurch in diesem speziellen Fall halbwegs herkömmliches Tweaking möglich ist.


<<
\clef "treble_8"
\relative c' {
\set fingeringOrientations = #'(left)
c?4 <d-3 a-1>  <gis, dis'>8 f'
}
\\
\relative c' {
\set fingeringOrientations = #'(left)
<g,-1>8 [ fis] e
cis'16 -\tweak #'Y-offset #-2 -4
<h-2>
ais4
}
>>


Das Ergebnis beider Varianten anbei (oben: \tweak-Variante; unten: Stem-Variante). Möge der persönliche Geschmack entscheiden. Die Bezifferung über der Note ist nicht super elegant; neben der Note wird der Achtelbalken etwas gestreckt, was erst im gesamten Kontext beurteilt werden kann.



Übrigens trulli: Wie spielst du dann das Fis? Mit dem Ersten vom G dorthin rutschen und dann gleich aufs a springen? Das aufgelöste c' in der Oberstimme wird ja sicher mit dem Vierten auf der g-Saite gegriffen, oder? Ich würde das tiefe G mit dem Zweiten spielen, das Fis mit dem Ersten, dann leere E-Saite und a+d' mit 2 und 3, dann kann man cis-H im Bass mit 4-1 spielen! Den nächsten Akkord als Barree im ersten Bund mit dem Vierten auf dem dis'. Von wem sind denn die Fingersätze?

Beste Grüße,
Robert

trulli

Hallo Leute,

vielen Dank für die Hilfe! Mit compers Vorschlag klappt es. Habe den Wert auf 0.4 gesetzt, damit sieht es am besten aus.

\once \override Stem #'X-extent = #'(0 . 4) e

Trotzdem noch eine Verständnisfrage: WAS macht denn "Stem extend". Verändert es den Balken? Ich kann keinen Unterschied erkennen.

Und was macht der \tweak Befehl?

Sorry, ich bin Anfänger...  ::)

@Robert
Ah, ein Gitarrist! Ich grüße dich! Der Fingersatz für das tiefe g auf dem ersten Schlag muss natürlich eine 3 sein. Dort will ich aber gar keinen Fingersatz haben, weil das eigentlich klar ist (aus dem vorangehendem Kontext). Ich hatte die 1 noch dort stehen, weil ich an dieser Zahl mit Fingersatzverschiebungen experimentiert habe. Standard ist es für die linke Hand den Fingersatz nach links vor den Notenkopf zu schreiben. An der Stelle ginge es auch ihn nach unten zu schreiben, aber das sieht m.E. nicht gut aus. In den Eschig Ausgaben von Villa-Lobos sind die Fingersätze über oder unter den Noten - dieser Satz ist ganz toll und kunstvoll gesetzt. Aber es ist heute kein Standard mehr.
Die Stelle auf dem zweiten Schlag (a und d in der Oberstimme) greife ich wirklich mit 1 und 3. Das ist für meine Hände flüssiger und ich kann den Barre auf dem letzten Schlag besser vorbereiten. Da ich das Stück selbst geschrieben habe, trage ich natürlich meine eigenen Fingersätze als Vorschläge ein und kann dadurch das Stück später sehr schnell wieder erlernen. Aber du weißt ja, dass Fingersätze immer Geschmackssache sind. Spielst du auch klassische Gitarre?

@comper
Vielen Dank für den Tipp! Woher wusstest du das? Geht so etwas aus der Doku hervor oder ist das deine persönliche Erfahrung?

Grüße


trulli

Hier noch einmal der vollständige Code. Rot sind die entscheidenden Änderungen.

%Takt 2
<<
\clef "treble_8"
\relative c'
{ \set fingeringOrientations = #'(left)
c?4 <d-3 a-1>  <gis, dis'>8 f' }
\\
\relative c'
{ \set fingeringOrientations = #'(left)
<g,>8 [ fis] \once \override Stem #'X-extent = #'(0 . 4) e \once \override Fingering #'padding = #0 <cis'-4>16 <h-2> ais4 }
>>

Grüße von trulli

comper

Wohl alle sichtbare Dinger haben eine (unsichtbare) X-extent
- die waagerechte Layout-Ausdehnung,
nicht notwendigerweise mit der sichtbaren Ausdehning deckungsgleich. 
Mehr dazu hier.

\tweak ist eine spezielle Form von \override.
Mehr dazu hier (jetzt auf Deutsch)

Der Trick mit dem Hals ist eine Lieblingsmethode von Kieren MacMillan
auf der Englischen Liste.
Wird wohl nie in der normalen Doku stehen, weil ziemlich abwegig.


Gruss

trulli

#7
Danke comper,

deine Eselsbrücken sind sehr hilfreich:
X-extent benutzt Ellenbogen und verschaftt dem Objekt damit mehr Platz
extra-offset friert die Partitur ein und verschiebt darauf einzelne Objekte

Soweit ich jetzt verstanden habe definiert \tweak Layout-Eigenschaften für ein einzelnes Objekt.

Zu meinem ursprünglichem Problem: Ich habe jetzt die gesamten Layout-Eigenschaften verändert mit

\layout {
    \context {
      \Score
      \override SpacingSpanner
                #'base-shortest-duration = #(ly:make-moment 1 16)
              }
        }


Dadurch sind alle Noten weiter auseinander, lassen sich besser lesen und die Fingersätze kollidieren nicht mehr mit Hilfslinien. Für mich als Gitarrist bisher die beste Lösung, denn der Satz entspricht jetzt fast genau meiner handschriftlichen Notation. Vermutlich liegt das speziell in diesem Falle auch daran, dass das Stück durch atonale Passagen viele Versetzungszeichen enthält. Die lassen sich in einem luftigeren Satz einfach besser lesen.

Danke nochmal für eure nette Hilfe und bis bald   ;)

Grüße vun Trulli