Autor Thema: Partitur mit verschidene Tonart  (Gelesen 6126 mal)

flashgordonx

  • Gast
Partitur mit verschidene Tonart
« am: Freitag, 16. Oktober 2015, 19:23 »
Wie kann ich ein Partitur mit verschiedene Tonart erstellen?

Vielen Dank für die Antwort. :)

fugenkomponist

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #1 am: Freitag, 16. Oktober 2015, 21:16 »
Die verschiedenen Tonarten kommen daher, dass die Klarinette transponiert und die anderen Instrumente nicht. Hast du ein Minimalbeispiel? Ansonsten hier ein Code, der aber vielleicht eine andere Struktur hat als deiner …\version "2.19.28"
\language "deutsch"

global = {
  \key f \minor
}

<<
  \new Staff \with {
    instrumentName = "Oboe"
  } <<
    \global
    c'1
  >>
  \new Staff \with {
    instrumentName = "Klarinette"
  } \transpose b c' <<
    \global
    c'1
  >>
>>

kilgore

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #2 am: Samstag, 14. November 2015, 10:05 »
soweit ich weiß kann man auch jeder Stimme einer Partitur eine beliebige Tonart zuweisen.


\version "2.18.2"



one = { \key c \major c'  }

two = { \key as \major c' }

three = { \key e \major c' }

<<
  \new Staff { \one }
  \new Staff { \two }
  \new Staff { \three }
 
>>

flashgordonx

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #3 am: Freitag, 11. Dezember 2015, 19:24 »
Die verschiedenen Tonarten kommen daher, dass die Klarinette transponiert und die anderen Instrumente nicht. Hast du ein Minimalbeispiel? Ansonsten hier ein Code, der aber vielleicht eine andere Struktur hat als deiner

Obwohl ich \transposition für die Klarinette reingeschrieben habe, trotzdem hat sie bbbb Tonart.

\version "2.18.2"

global = {
  \key f \minor
  \time 4/4
  \tempo 4=100
}

oboe = \relative c'' {
  \global
  % Die Noten folgen hier.
 
}

clarinet = \relative c'' {
  \global
  \transposition bes
  % Die Noten folgen hier.
 
}

oboePart = \new Staff \with {
  instrumentName = "Oboe"
} \oboe

clarinetPart = \new Staff \with {
  instrumentName = "Klarinette"
} \clarinet

\score {
  <<
    \oboePart
    \clarinetPart
  >>
  \layout { }
}

fugenkomponist

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #4 am: Samstag, 12. Dezember 2015, 12:42 »
Es gibt zwei Möglichkeiten, Noten für transponierende Instrumente einzugeben:

1. Man schreibts hin, wie es dastehen soll (also in diesem Fall in g-Moll) und verwendet den Befehl \transposition, um die MIDI-Ausgabe und Stichnoten in klingender Tonhöhe zu bekommen. In diesem Fall muss man aber dann eben auch \key g \minor schreiben. Hier hast du also kilgores Ansatz.
2. Man schreibt alles hin, wie es klingen soll. Die Notenausgabe als PDF passt man dann per \transpose an. Dann kann man in allen Stimmen bzw. einer globalen Stimme die gleiche Tonart (\key f \minor) verwenden. Hier hast du also meinen Ansatz.

Du musst dich erst einmal entscheiden, welchen dieser Ansätze du verfolgst; im Moment siehts aus, als wolltest du \transposition für das verwenden, was eigentlich \transpose tut ;)

messingsound

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #5 am: Donnerstag, 24. Dezember 2015, 15:27 »
Hallo,

erstmal vielen Dank für die Aufahme ins Forum :) Kann man das \transposition-Statement auch außerhalb der \relative-Umgebung anordnen?
Das folgende Beispiel transponiert zwar das Notenblatt, aber auch die Midi-Ausgabe, was nicht gewünscht ist

\version "2.18.2"

stimmezwei = relative c'' { ....}

\new Staff = \transpose c g \stimmezwei


fugenkomponist

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #6 am: Freitag, 25. Dezember 2015, 12:57 »
Hallo messingsound,

willkommen im Forum :) Bitte gib außer der LilyPond-Version (hast du ja gemacht) auch immer ein kompilierbares (also in diesem Fall einfach ein vollständiges) Minimal-Beispiel an; in deinem Beispiel fehlen Noten und anscheinend der \midi-Block ;) Folgendermaßen könnte ein solches Beispiel aussehen, hier ist auch gleich die Lösung enthalten:
\version "2.18.2"

stimmezwei = \relative c'' { c b a g f e d c }

\score {
  \new Staff {
    \transposition f
    \transpose f c' \stimmezwei
  }
  \layout { }
  \midi { }
}
Ja, es geht. Ich habe aus dem \transpose c g ein \transpose f c' gemacht, weil so der Zusammenhang zu \transposition f klarer wird, eigentlich ist es aber vollkommen egal, mit welchen Tönen genau man die Quinte aufwärts angibt ;)

RobUr

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #7 am: Freitag, 25. Dezember 2015, 15:03 »
Hallo in die Runde!

Zitat
eigentlich ist es aber vollkommen egal, mit welchen Tönen genau man die Quinte aufwärts angibt
Solang man beachtet, dass diese in absoluter Tonhöhe eingegeben werden.

\transpose f c'
\transpose f' c''
transponieren eine Quinte aufwärts, wohingegen
\transpose f c
\transpose f' c'
eine Quarte abwärts transponieren.

\transpose f c'
würde also eine Duodezime aufwärts transponieren.

Für \transposition gilt als Referenzpunkt das eingestrichene c:
\transposition flässt die eingegebenen Noten eine Quinte tiefer (c' -> f) klingen (die optische Ausgabe bleibt), wohingegen
\transposition f'eine Quarte aufwärts (c' -> f') klingt. Mit
\transposition c'würde sich also gar nichts tun ;)

Generell ist die Verwendung von \transposition deshalb nur empfehlenswert, wenn die Noten nicht in klingender Tonhöhe eingegeben wurden, man z.B. eine bereits transponierte Stimme abgeschrieben hat. Hilfreich allerdings für z.B. Kontrabass-Stimmen, die eine Oktave tiefer als notiert klingt. Hierfür würde man \transposition c eingeben, und schwups klingts im MIDI eine Oktave tiefer ;)

Ich hatte anfänglich auch Verständnisprobleme in diesem Punkt. Ich hoffe, ich konnte es euch verdeutlichen.

Frohe Weihnachtstage!

Robert

messingsound

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #8 am: Dienstag, 29. Dezember 2015, 16:40 »
ja, vielen Dank, funktioniert. Danke auch @fugenkomponist für die Ergänzung, und gelobe gleichzeitig Besserung. :-[

Wenn man eine Partitur mit ein paar Ausgabeoptionen drucken will, muss der eigentliche Druckbefehl in spitze Klammen
\version "2.18.2"

stimmeeins = \relative c' { f e d c c b a g }
stimmezwei = \relative c'' { c b a g f e d c }

\score {
 <<
\new Staff  \with {  midiInstrument = #"french horn"
        instrumentName = \markup {
          \center-column {"Horn I" }
}
}

<<
    \transposition f
    \transpose f c' \stimmeeins
>>


\new Staff \with {  midiInstrument = #"french horn"
        instrumentName = \markup {
          \center-column {"Horn II" }
}
}

<<
    \transposition f
    \transpose f c' \stimmezwei
>>

>>

  \layout { }
  \midi { }
}

@RobUr
Zitat
Generell ist die Verwendung von \transposition deshalb nur empfehlenswert, wenn die Noten nicht in klingender Tonhöhe eingegeben wurden
Seh ich anders; wenn ich transponiert ausgebe, also für die einzelnen Musiker,  brauch ich die \transposition-Option, um die Transposition des Instruments bei der midi-Ausgabe nachzuvollziehen. Im vorliegenden Fall hab ich auch die Partitur transponiert gedruckt, weil ich sehen wollte, ob das mit dem Tonumfang hinhaut.

fugenkomponist

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #9 am: Dienstag, 29. Dezember 2015, 17:19 »
ja, vielen Dank, funktioniert. Danke auch @fugenkomponist für die Ergänzung, und gelobe gleichzeitig Besserung. :-[
Ist ja kein großes Problem, in diesem speziellen Fall wars musste ich ja wenig raten, aber fast immer ist es einfacher (weil weniger Aufwand) oder überhaupt erst möglich zu helfen, wenn der Code komplett ist.
Zitat
Wenn man eine Partitur mit ein paar Ausgabeoptionen drucken will, muss der eigentliche Druckbefehl in spitze Klammen
Mir ist nicht 100% klar, was du hiermit meinst. Aber: << und >> brauchst du nur, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren. Deshalb funktioniert mein obiger \score auch ohne spitze Klammern, ich hab da ja nur ein System (Staff).

Zurück zum eigentlichen Thema:
Zitat
Zitat
Generell ist die Verwendung von \transposition deshalb nur empfehlenswert, wenn die Noten nicht in klingender Tonhöhe eingegeben wurden
Seh ich anders; wenn ich transponiert ausgebe, also für die einzelnen Musiker,  brauch ich die \transposition-Option, um die Transposition des Instruments bei der midi-Ausgabe nachzuvollziehen.
Seh ich grundsätzlich auch so, habe mir aber inzwischen angewöhnt, midi und pdf aus zwei verschiedenen Dateien (mit jeweils einem \score) zu transponieren, dann brauch ich das natürlich nicht mehr.¹ Aber bei Partitur/Stimme und MIDI aus demselben \score ist \transposition nötig.

¹ Das liegt u. a. daran, dass ich ja nur 16 MIDI-Kanäle habe und pro Staff ein Kanal verwendet wird; bei größeren Besetzungen packe ich also alle gleichen Instrumente auf einen Staff im „MIDI-\score“

messingsound

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #10 am: Dienstag, 29. Dezember 2015, 18:16 »
Mir ist nicht 100% klar, was du hiermit meinst. Aber: << und >> brauchst du nur, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren. Deshalb funktioniert mein obiger \score auch ohne spitze Klammern, ich hab da ja nur ein System (Staff).

Deswegen schrieb ich auch
Zitat
Partitur mit ein paar Ausgabeoptionen
Bei meinem Beispiel geht's nicht ohne. Relevanter finde ich aber, dass das erwähnt wird, einfach als Hinweis für den unvoreingenommenen Leser. Mir jedenfalls war es vorher nicht klar, 

harm6

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #11 am: Dienstag, 29. Dezember 2015, 19:06 »
Also, ich weiß nicht was Du mit Ausgabe-optionen meinst.

\displayMusic <<>>retourniert:
Zitat
(make-music
  'SimultaneousMusic
  'elements
  '())

Wenn Du also Gleichzeitigkeit in Musik haben willst benutze es, ansonsten hat es nichts mit irgendwelchen Optionen zu tun.

Versuche vorherzusagen welche Ergebnisse folgendes bringen wird, bevor Du es kompilierst.
<< \transposition f \transpose f c' { c''1 } >>
{ \transposition f \transpose f c' { c''1 } }


\displayMusic {}
jedoch retourniert:
Zitat
(make-music
  'SequentialMusic
  'elements
  '())

Du solltest also <<>> verwenden um die Gleichzeitigkeit der beiden Staffs zu bekommen. Aber {} für das Aufeinanderfolgen in den einzelnen Staffs.


Gruß,
  Harm

messingsound

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #12 am: Mittwoch, 30. Dezember 2015, 14:38 »
Du solltest also <<>> verwenden um die Gleichzeitigkeit der beiden Staffs zu bekommen. Aber {} für das Aufeinanderfolgen in den einzelnen Staffs.

Danke für den Hinweis. Damit ist das geklärt. Mit geschweiften Klammern funktioniert mein Beispiel auch.

Zitat
Also, ich weiß nicht was Du mit Ausgabe-optionen meinst.

alles, was nach \score steht außer den Noten. Und das kommt, wie ich gerade gelernt habe, zwischen geschweifte Klammern. Damit ist der Punkt auch abgehakt. Ich bedanke mich für die freundliche Unterstützung, und wünsche allen einen guten Rutsch und ein frohes Jahr 2016.

Gruß Thomas 8)

PS: vielleicht noch eine Frage: in welcher Umgebung kann ich die \displayMusic-Abfrage stellen?
« Letzte Änderung: Mittwoch, 30. Dezember 2015, 14:52 von messingsound »

fugenkomponist

  • Gast
Re: Partitur mit verschidene Tonart
« Antwort #13 am: Mittwoch, 30. Dezember 2015, 15:02 »
off-topic (eigentlich gehört so eine neue Frage in einen neuen Thread):

PS: vielleicht noch eine Frage: in welcher Umgebung kann ich die \displayMusic-Abfrage stellen?
\displayMusic ist eine Funktion, die einen Musikausdruck erwartet und diesen auch wieder zurückgibt. D. h. die kann vor jedem Musikausdruck stehen, sogar vor einzelnen Artikulationen. Wenn Musik nur angezeigt, aber nicht ins PDF gesetzt werden soll, schreibt man davor ein \void, dann wird der Rückgabewert verworfen.

Hier mal eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten:
\version "2.19.33"

\displayMusic a

% braucht void, weil -. nicht vernünftig darstellbar ist ohne Note
\void \displayMusic -.

\displayMusic a-.

\displayMusic { a-. }

% void geht aber auch sonst, wenn die Noten nicht gesetzt werden sollen
\void \displayMusic { a-. }

\displayMusic \new Staff { a-. }

\displayMusic << \new Staff { a-. } \new Staff { b-. } >>

\displayMusic \new Score { \new Staff { a-. } }

% geht nicht, weil \score kein Musikausdruck ist
%\displayMusic \score { \new Staff { a-. } }