Autor Thema: Gitarre - righthandfinger apoyando  (Gelesen 5678 mal)

williwk

  • Gast
Gitarre - righthandfinger apoyando
« am: Freitag, 12. Februar 2010, 20:59 »
Hallo.

Wenn der Anschlag Apoyando erfolgen soll, wird der Fingersatz für die rechte Hand hierzu mit einem "Überstrich" am Buchstaben p, i, m oder a gekennzeichnet (etwa so: ā). Wie lässt sich das realisieren?

Gruß
Wilhelm

comper

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #1 am: Samstag, 13. Februar 2010, 16:08 »
Wo wird dieser Fingersatz liegen?
D.h. wie ist zu garantieren, das der Überstrich nicht von den Notenlinien verdeckt wird?

Gruss

williwk

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #2 am: Samstag, 13. Februar 2010, 16:36 »
Hallo Comper.

Der Fingersatz für die rechte Hand ist nur im Takt 1 oberhalb der Notenlinien angegeben, da er für alle Takte (mit Ausnahme Takt 16) gleich bleibt. Kollissionen gibt es damit keine.

Gruß
Wilhelm

comper

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #3 am: Samstag, 13. Februar 2010, 18:31 »
Der integrierte Überstrich (Makron), wie bei "ā", gibt's nur bei Vokalen.
Und ein separater Überstrich ignoriert die unterschiedliche Höhen.

Ich habe den \markup-Befehl \underline zu einem \overbar umgebaut, und \apo setzt diesen ein.

#(define-markup-command (overbar layout props arg) (markup?)
  (let* (
    (thick (* (ly:output-def-lookup layout 'line-thickness) 0.6))
    (name (interpret-markup layout props arg))
    (name-extent (ly:stencil-extent name X))
    (x1 (interval-index name-extent -0.6))
    (x2 (interval-index name-extent +0.6))
    (raise (* thick 2))
    (bar (make-line-stencil thick x1 0 x2 0)))
   (ly:stencil-combine-at-edge name Y UP bar raise)))


apo = { \once \override StrokeFinger #'text =
  #(lambda (grob) (markup
#:overbar (stroke-finger::calc-text grob)))}


\apo
<a''-\rightHandFinger #1 >4

Ich habe gesehen, dass der Mario Moles ein "^" nimmt. Vielleicht wegen der Sichtbarkeit?

Gruss

trulli

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #4 am: Sonntag, 14. Februar 2010, 17:20 »
Hallo,

ein "^" kommt nach meiner Erfahrung häufiger vor. Ohnehin werden solche Bezeichnungen nur von wenigen Exoten (wie Navascues) oder von Gitarrenschulenautoren verwendet. Ein Gitarrist trifft in der Regel allein die Entscheidung, ob er tirando oder apoyando spielt.

Eine andere einfache Möglichkeit den angelegten Anschlag zu empfehlen, ist ein ">" für die Melodietöne.

Wer fordert denn diese Bezeichnung?

Grüße von Mat


williwk

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #5 am: Sonntag, 14. Februar 2010, 20:03 »
Hallo Comper.

Danke für die prompte Umsetzung. Ich hatte schon mit Postscript Befehlen Versuche gemacht, aber das heißt immer probieren, während das Script immer zuverlässige Ergebnisse liefert. Was mich und vielleicht auch andere Nutzer interessiert ist, wie kommt man auf so etwas? Ich konnte bisher nirgendwo was nachlesen, wie man das realisiert. Wenn es keine allgemeine Anleitung zum Erstellen solcher Scripte gibt, könnte es u. U. vielen helfen, wenn jede Zeile einen Kommentar hätte. Aber ich will natürlich nicht zu viel verlangen.

Danke erst einmal.

Nun noch zum Hinweis von trulli.

Er hat schon recht damit, dass das in Gitarrenschulen vorkommt. Ich bin auch immer noch ein Lernender und durch das Setzen der Noten habe ich selbst wieder vieles hinzugelernt. Ich habe den Überstrich überall auf allen meinen Notenblättern stehen, die mir mein Gitarrenlehrer eingetragen hat. Somit war es für mich selbstverständlich, dass das wohl so sein muss. Neugierig habe ich nun zusätzlich meine Gitarrenschulen von Heinz Teuchert diesbezüglich überprüft und gefunden, dass dort der Unterstrich für Apoyando verwendet wird. An anderen Stellen wird aber auch die Artikulation mit ">" verwendet. Echte Grammatikregeln wird es wohl nicht geben und somit werden wir wohl weiter mit verschiedenen Möglichkeiten konfrontiert werden. Sollte jemand welche kennen/finden, bitte ich um Antwort.

Gruß
Wilhelm


 

comper

  • Gast
Re:Gitarre - righthandfinger apoyando
« Antwort #6 am: Sonntag, 14. Februar 2010, 22:34 »
Das gibt vielleicht wieder so eine heikle Antwort.

Mein Kommentar bestand darin, auf \underline hinzuweisen.
In der dortigen Quellcode steht der Kommentar
  Looks at thickness to determine line thickness and y-offset
Das ist hilfreich, was der Übersicht betrifft.

Besonders in diesem Fall ist kleinräumlichere Kommentar Overkill.
Es findet bloss Datenfluss statt: keine einzige Entscheidung oder Verzweigung.
Gut gewählte Variablennamen dienen dann als Kommentar.
Und hier bringt praktisch jede Zeile einen neuen Variablennamen.

Eigentlich hätte ich arg, x1 und x2 anders benamst,
aber ich habe sie so belassen, um die Parallelen mit dem \underline-Quellcode aufzuzeigen.
Z.B. x1 hat eigentlich mit links zu tun, x2 mit rechts.

Um den Einstieg zu finden, empfehle ich Nachahmen.
Der einfachste Form hier wäre, mit den einzelnen Konstanten herumzuspielen
und schauen was passiert, z.B. mit 1.6 (statt 0.6) laufen lassen.
Und dann versuchen zu erklären, warum es gerade so anders aussieht.

Aber weitergehende Änderungen (am Ablauf, an Verarbeitungen) setzen plötzlich sehr viel voraus.
Es sollte z.B. sonnenklar sein, dass die Zeilen von thick bis bar nur Vorbereitungen sind.
Und wo steht etwas über ly:stencil-combine-at-edge (einfach), etwas über interval-index (schwierig)?
Und warum so viel zwiebelschalige Klammern gerade dort?
Kein Kommentar, auch zeilenweise, wird solches erwähnen.

Ich antworte jederzeit konkrete punktuelle Fragen.

Gruss

P.S. Weiträumiger Kommentar ist eine ganz andere Thema.