Autor Thema: Gelöst: Mir unbekannte Klammern in Chornoten = Ligaturen  (Gelesen 1414 mal)

Joei

  • Gast
Gelöst: Mir unbekannte Klammern in Chornoten = Ligaturen
« am: Dienstag, 31. Januar 2017, 14:48 »
Moin,

unter den erfahrenen Notensetzern ist doch bestimmt jemand, der folgendes deuten kann:



Was wollen mir die Balken sagen?  Das Stück ist von Melchior Franck (Spätrenaissance/Frühbarock).

Mir fällt nichts auf.

Viele Grüße, Joei

« Letzte Änderung: Mittwoch, 1. Februar 2017, 10:47 von Joei »

RobUr

  • Gast
Re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #1 am: Dienstag, 31. Januar 2017, 15:03 »
Hallo Joei,

diese Klammern kennzeichnen Ligaturen, d.h. „zusammengesetzte“ Noten im Original[druck]. Dies ist ein sehr spannendes Feld, da es vielfältige Regeln gibt, diese Ligaturen in moderne Notation aufzulösen. Einfach mal das Web nach Ligatur durchsuchen.

Gruß – Robert

Joei

  • Gast
Re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #2 am: Dienstag, 31. Januar 2017, 15:53 »
Danke, Robert, soweit habe ich das jetzt verstanden - und kann das auch im zugrundeliegenden Druck nachvollziehen. Aber hat das irgendwelche musikalischen bzw. aufführungspraktische Auswirkungen?

ingmar

  • Gast
Re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #3 am: Dienstag, 31. Januar 2017, 21:07 »
Na, das kommt darauf an, was für dich eine Ligatur bedeutet...

Im Ernst, man wird meistens versuchen, es als eine einzige Phrase zu spielen, jedenfalls dazwischen keine Atempausen einzulegen.

Gruß,
--ingmar

Joei

  • Gast
Re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #4 am: Dienstag, 31. Januar 2017, 22:25 »
DAS ist klar - aber das sagt mir ja schon der Bogen der an der Stelle angegeben ist (s.o.) - ich versuche zu verstehen, welchen Mehrwert für eine Interpretation mir das im obigen Beispiel gibt...

ingmar

  • Gast
re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #5 am: Mittwoch, 1. Februar 2017, 06:47 »
Die Klammer gibt dir Auskunft über die Originalnotation. Wenn dir reicht, dass ein Herausgeber Bindebögen da angebracht hat, wo er sie für angemessen hält, brauchst du sie nicht. Wenn du wissen willst, was der Komponist notiert hat, sind sie hilfreich.

Kein Mensch weiß, warum sich der Komponist genau an dieser Stelle für genau diese Form der Notation entschieden hat. Das weiß auch der Herausgeber nicht. Er gestattet dir aber einen Blick auf dieses Notationsdetail; du kannst daraus etwas ableiten oder eben nicht. Vielleicht war das einfach eine Spielerei, vielleicht hat es eine Bedeutung, die die Forschung noch nicht herausgefunden hat.

Es ist heute auch üblich, vor dem Beginn von Renaissancemusik die Originalschlüsselung anzuzeigen; auch das wird normalerweise keine direkte Auswirkung auf deinen Gesang haben. Dennoch sagt es etwas über die Musik.

--ingmar

Joei

  • Gast
Re: Mir unbekannte Klammern in Chornoten
« Antwort #6 am: Mittwoch, 1. Februar 2017, 10:47 »
Danke Ingmar,

Incipite mache ich auch bei meinen Ausgaben - mag es, die Originalnotation zu kennen. Also kann man sagen, dass es (oft) "lediglich" ein editorische Hinweis ist.

Danke euch allen.