Autor Thema: Lilypond im Real-Book Stil  (Gelesen 10397 mal)

Eng1958

  • Gast
Lilypond im Real-Book Stil
« am: Freitag, 21. November 2008, 12:40 »
Hallo,

hat schon jemand mal versucht, die Lilypond-Ausgabe wie ein Stück aus einem typischen
Real-Book aussehen zu lassen, also dieser typische handschriftliche Font für Noten und Texte?

Wenn ja, welche Fonts gehören dazu und welche Fonts müssen imLilpond alle eingestellt und verändert werden?
Gibt es evtl. ein "Real-Book-Template"?

Danke für Hinweise und Gruß
D.E.


comper

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #1 am: Freitag, 21. November 2008, 14:10 »
Gibt's, glaube ich, immer noch nicht.
http://lists.gnu.org/archive/html/lilypond-user/2007-03/msg00381.html

Text wäre vielleicht machbar, einen geeigneten Font vorausgesetzt,
aber bei der Musik braucht's einen Riesenaufwand, z.B. auch Bindebogen-Verlauf.

Gruss,
Comper

etilli33

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #2 am: Donnerstag, 27. November 2008, 21:50 »
Ja, wie im thread auch gesagt: niemand von den Entwicklern will das eigentlich, weil LIlyPOnd ja das Aussehen von gestochenen Noten nachahmt und auch mein Eindruck ist, dass sie besser lesbar sind. Es gibt ja einen Unterschied: Text wird meistens stumm gelesen, da spielt also die Schriftart eine Rolle, wie eine Passage rüber kommt. Musik wird meistens vorgetragen, und der Hörer sieht die Noten nicht, es sollte also vor allem für den Vortragenden angenehm sein.

Es ist einfacher zu sagen: gibt es nicht, aber die bessere Antwort wäre: schreib eine entsprechende Schriftart ;-)

Also leider nicht...

Till

Eng1958

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #3 am: Freitag, 28. November 2008, 09:33 »
Hallo,

in der Zwischenzeit habe ich auch noch etwas weiter recherchiert, für die Schriftarten und Akkorde
habe ich auch Fonts gefunden http://notation.jochenpietsch.de/, die eine Real-Book ähnliche Ausgabe erzeugen.

% bookTitleMarkup  = \markup {\override #'(font-name . "Colorado Book Text") \bookTitleMarkup }
% scoreTitleMarkup = \markup {\override #'(font-name . "Colorado Book Text") \scoreTitleMarkup }
bookTitleMarkup = \markup {\override #'(font-name . "Real Book Title") \bookTitleMarkup }
scoreTitleMarkup = \markup {\override #'(font-name . "Real Book Title") \scoreTitleMarkup }

\override ChordNames . ChordName  #'font-name = #"New Real Book Chords"


Bei den Noten bin ich allerdings noch nicht weitergekommen, ich habe überhaupt nicht herausgefunden,
wie ich den Font der Noten überhaupt ändern kann.

Die Mischung zwischen "Real-Book-Schreibschrift" der Texte und "Lilypond-Font" der Noten sah dann nicht
so toll aus.

Zitat
Hörer sieht die Noten nicht, es sollte also vor allem für den Vortragenden angenehm sein.

Genau, und Jazzer wollen Real-Book  ;)

Gruß
D.E.






etilli33

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #4 am: Sonntag, 30. November 2008, 21:21 »

Zitat
Hörer sieht die Noten nicht, es sollte also vor allem für den Vortragenden angenehm sein.

Genau, und Jazzer wollen Real-Book  ;)

Gruß
D.E.

Ja, hatte mir schon fast gedacht, dass so eine Antwort kommt :-)

Auf jeden Fall: die Schriftarten von LilyPond sind selbst hergestellt und folgen keiner Konvention mit der Kodierung der einzelnen Zeichen auf einen bestimmten Platz in der Schriftdatei (ehrlich gesagt, ich weiß selber nicht, wie die angeordnet sind). Du könntest die Schriftarten von LilyPond analysieren und dir dann eigene bauen, wo an den ensprechenden Stellen Real-Book-Zeichen stehen. Als wirklich handgemachte Version könntest du sie mit dem gleichen Namen speichern, aber dann kann dein LilyPond natürlich nur noch Real-Book produzieren.
Bevor du dich aber an ein so großes Projekt machst, würde ich dir empfehlen, dich an die lilypond-user Liste zu wenden, dort findest du mehr Hilfe -- und hast auch die Chance, dass deine große Arbeit Einzug
in die offizielle LilyPond-Version findet. Dazu müsstest du aber wohl die Zeichen mit dem Programm MetaFont setzen, dass im Prinzip auch wie LilyPond funktioniert: schreibe eine Font-Definition mit mathematischen Begriffen als Textdatei und kompiliere sie dann in Binär-Form. Wenn du es dir wirklich anschauen willst und weitere Hilfeleistungen brauchst, dann schreib mir ruhig.

Gruß
Till

Eng1958

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #5 am: Montag, 1. Dezember 2008, 11:58 »
Hallo Till,

Danke für die Hinweise. Aber ich bleibe dann doch lieber bei der Standardausgabe, die Lilypond erzeugt
(sieht ja auch nicht schlecht aus). Die Option für eine "Real-Book" - Ausgabe wäre halt schön gewesen.

Auch Real-Book unabhängige Ausgaben von Noten benutzen zumindest im Jazz-Bereich fast nur noch diesen
Stil, er scheint sich im Laufe der letzten Jahre immer mehr durchzusetzen. Aber soviel wie ich weiss, werden
die meisten dieser Ausgaben in Finale gesetzt, und dort gibt es wohl so einen Font.

Gruß
D.E.


etilli33

  • Gast
Re: Lilypond im Real-Book Stil
« Antwort #6 am: Montag, 1. Dezember 2008, 21:18 »
Ja, Finale und wohl auch Sibelius (das sich, so wie ich das sehe, im europäischen (semi)professionellen Markt durchgesetzt hat) haben alternative Stile, theoretisch wären sie ja durchaus auch für LilyPond machbar, wie geschrieben, und wie etwa die gregorianischen Noten zeigen. Es hat sich halt noch keiner die Arbeit gemacht, und in verschiedenen Diskussionen waren die meisten Entwickler der Meinung, dass es nicht recht zum Stil von LilyPond passt, dass eben den klassischen Stil nachahmen will, und darin alle (sic!) anderen Notationsprogramme um Meilen übertrifft.
Wenn du mal zu viel Zeit hast und dich der Aufgabe stellen bist, freut sich die Community... Viel Spaß beim Notensetzen!  :)

Gruß
Till