Autor Thema: Guitar Pro → LilyPond  (Gelesen 7055 mal)

fugenkomponist

  • Gast
Guitar Pro → LilyPond
« am: Dienstag, 7. Mai 2013, 22:11 »
Hallo,
mein Bruder hat mich gefragt, obs eine Möglichkeit gibt, Guitar-Pro-Tabs nach LilyPond zu exportieren (genauergenommen will er vorhandene Guitar-Pro-Dateien zu PDFs machen und evtl. vorher noch ändern und ich hab ihm erzählt, dass LilyPond toll ist und es da bestimmt ne Möglichkeit gibt und dass ich da mal nachfragen kann ;) )

harm6

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #1 am: Mittwoch, 8. Mai 2013, 01:30 »
Zitat
und ich hab ihm erzählt, dass LilyPond toll ist

Na, da bin ich natürlich ganz Deiner Meinung. ;)

Zur Sache:
So weit ich weiß können Guitar-Pro-Tabs mit TuxGuitar geöffnet werden, zumindest unter Linux.
TuxGuitar selbst kann nach LilyPond exportieren.

Wie gut das funktioniert hab' ich allerdings nicht getestet.

HTH,
  Harm

fugenkomponist

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #2 am: Mittwoch, 8. Mai 2013, 12:31 »
Danke für den Hinweis, ich probiers nachher mal aus (hier an der Uni ist aus irgendeinem Grund TuxGuitar installiert (frag mich nicht, wofür Informatiker das brauchen) aber kein LilyPond; jedenfalls kommt da Code in Version 2.10.5 raus, bin mal gespannt, ob ich da mithilfe von convert-ly zu nem brauchbaren Ergebnis komme).

Edit: Wir haben hier doch LilyPond. Warum auch immer … Aber da ist was kaputt. (Hab mal das TuxGuitar-Standardbeispiel als .ly exportiert und an convert-ly gefüttert (s. Anhang))
iw03enah@faui0bi:~/Desktop$ lilypond tuxguitar_2.14.2.ly
GNU LilyPond 2.14.2
Processing `tuxguitar_2.14.2.ly'
Parsing...
tuxguitar_2.14.2.ly:80:4: error: not a duration: 3
   E
    3
tuxguitar_2.14.2.ly:81:1: error: not a duration: 3
A
 3
tuxguitar_2.14.2.ly:82:1: error: not a duration: 3
D
 3
tuxguitar_2.14.2.ly:83:1: error: not a duration: 3
G
 3
tuxguitar_2.14.2.ly:84:1: error: not a duration: 3
B
 3
Interpreting music...
<string>:2:3: warning: Two simultaneous tempo-change events, junking this one
   
   \tempo 4=120
<string>:2:3: warning: Previous tempo-change event here
   
   \tempo 4=120
[8][16]
Preprocessing graphical objects...
Finding the ideal number of pages...
Fitting music on 1 page...
Drawing systems...
Layout output to `tuxguitar_2.14.2.ps'...
Converting to `./tuxguitar_2.14.2.pdf'...
error: failed files: "tuxguitar_2.14.2.ly"
iw03enah@faui0bi:~/Desktop$
Optimal ist das nicht, könnte aber gehen.

Ach ja: kann das Guitar-Pro-Format keine enharmonischen Verwechslungen? Oder hab ich bloß blöde Beispiele gefunden?
« Letzte Änderung: Mittwoch, 8. Mai 2013, 13:01 von fugenkomponist »

harm6

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #3 am: Mittwoch, 8. Mai 2013, 23:13 »
Hallo,

ich weiß nicht, ob ich hier noch viel weiterhelfen kann.

Ich bin kein Freund moderner Tabulaturen (im Gegensatz zu den historischen).
Meiner Ansicht nach sind sie nur für diejenigen, die sich weigern Noten zu lernen oder schlicht zu blöd dafür sind. Genauso setze ich sie als Musikschullehrer im Unterricht auch ein.
Es gibt scließlich Gründe warum man in Verlauf der Musikgeschichte vom Tabulaturgebrauch abgekommen ist.
Enharmonische Probleme ist einer dieser Gründe. Stimmführung, Polyrhythmen sind andere, die mir auf die Schnelle einfallen.
Ach ja, tatsächlich fallen mir doch noch einige mehr ein, hab aber keine Lust sie hier alle aufzuführen.
Nur ein Beispiel:
Eines Tages kam ein Schüler mit Noten/Tabulaturen einer Band, deren Name ich erfolgreich vergessen habe, aus einem Verlag, dessen Name ich erfolgreich vergessen habe (das war allerdings ein Fehler, solche Namen muß man sich merken, um davor warnen zu können), erstanden zu einem weit überhöhten Preis:
Darin enthalten ein Gis-Dur Akkord mit c als Terz.
Wenn ich so was seh, wird mir übel (eigentlich würde ich mich gerne drastischer ausdrücken...)

Wenn Guitar-Pro also so was macht, (eigentlich würde ich mich gerne drastischer ausdrücken...) dann hilft eigentlich nur wegschmeißen (eigentlich würde ich mich gerne drastischer ausdrücken...)

Ansonsten kann ich Deine Beobachtungen nur bestätigen.

Ich benutze Ubuntu 10.04 und hatte mir irgenwann mal TuxGuitar mittels synaptic runtergeladen, schau doch mal ob es eine neuere Version gibt, die auch zu einer neueren LilyPond-Version exportiert.


Gruß,
  Harm

« Letzte Änderung: Donnerstag, 9. Mai 2013, 00:58 von harm6 »

Be-3

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #4 am: Donnerstag, 9. Mai 2013, 00:07 »
Nur ein Beispiel:
[...]
Darin enthalten ein Gis-Dur Akkord mit c als Terz.

Ich glaube, das ist ein generelles Problem bei Gitarristen ;)
Sie neigen dazu (genauso, wie "Computer-Musiker") grundsätzlich dazu, nur Kreuze zu benutzen/kennen - scheinbar legitimiert durch enharmonische Verwechslerei und völlige Ignoranz harmonischer Zusammenhänge.
Es gibt natürlich (wie immer!) rühmliche Ausnahmen, aber allein die schiere Anzahl von (Elektro...)-Gitarristen zweifelhaften Grundwissens führt dazu, daß Unmengen schlecht gemachter Tabulaturen im Umlauf sind.


Wenn Guitar-Pro also so was macht, (eigentlich würde ich mich gerne drastischer ausdrücken...) dann hilft eigentlich nur wegschmeißen (eigentlich würde ich mich gerne drastischer ausdrücken...)

Wie gesagt: ich glaube "it ain't the equipment, it's the driver" ;)
Sooo schlecht ist Guitar Pro auch nicht, es kommt allerdings von der Satzqualität zweifellos nicht einmal in die Nähe "ernsthafter" Notensatzprogramme wie Score/Finale/Sibelius/Lilypond.


Ich benutze Ubuntu 10.04 und hatte mir irgenwann mal TuxGuitar mittels synaptic runtergeladen, schau doch mal ob es eine neuere Version gibt, die auch zu einer neueren LilyPond-Version exportiert.

Ich habe (damit ich weiß, um was es geht) TuxGuitar installiert: die aktuelle Version scheint 1.2 zu sein, und sie exportiert immer noch LilyPond 2.10.5, das ließ sich mit meiner derzeit ältesten installierten LilyPond-Version 2.12.3 problemlos compilieren.
convert-ly nach 2.16 ging auch (könnte man ja notfalls per Stapelverarbeitung machen).

Die Fehler in Maltes Beispiel stammen von seltsamen Lyrics, die statt der Dauer 1 eine 3 eingetragen haben. Ist aber leicht manuell zu beheben.

Man sollte sich einfach von dem Gedanken verabschieden, auf Knopfdruck und vollautomatisch ein perfektes Ergebnis zu erhalten. Nacharbeit ist in jedem Fall und mit jedem Programm nötig.

Viele Grüße
Torsten

harm6

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #5 am: Donnerstag, 9. Mai 2013, 00:34 »
Hallo Torsten,

Zitat von: Torsten
Zitat von: harm6 am Heute um 22:13:27

    Nur ein Beispiel:
    [...]
    Darin enthalten ein Gis-Dur Akkord mit c als Terz.


Ich glaube, das ist ein generelles Problem bei Gitarristen ;)
Sie neigen dazu (genauso, wie "Computer-Musiker") grundsätzlich dazu, nur Kreuze zu benutzen/kennen - scheinbar legitimiert durch enharmonische Verwechslerei und völlige Ignoranz harmonischer Zusammenhänge.
Es gibt natürlich (wie immer!) rühmliche Ausnahmen, aber allein die schiere Anzahl von (Elektro...)-Gitarristen zweifelhaften Grundwissens führt dazu, daß Unmengen schlecht gemachter Tabulaturen im Umlauf sind.

Du kennst vielleicht den Spruch:
"Es gibt Musiker und es gibt Gitarristen"

Es kotzt mich an wie oft der Spruch richtig ist.

Oder kennst Du ->Anhang

-Harm

fugenkomponist

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #6 am: Donnerstag, 9. Mai 2013, 08:36 »
Tja, ich hab ihn ja schon dazu überreden wollen, doch mal Noten zu lernen. Und sich nen Lehrer zu suchen; denn eigentlich hat der Kerl Talent, es müsste ihm aber jemand auf die Sprünge helfen (wenn ich ihm sag, er soll die schnellen, „unspielbaren“ Stellen doch mal langsam üben, krieg ich zu hören, ich hätte doch von Gitarre keine Ahnung ;) )

Und für die richtigen Vorzeichen kann ich ja mal probieren, ob man http://lsr.dsi.unimi.it/LSR/Item?id=266 erweitern kann (sodass er die richtigen Vorzeichen passend zu der gewählten Tonart verwendet).

trulli

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #7 am: Montag, 13. Mai 2013, 17:36 »
*Offtopic an*
Mal ein zwei Beispiele für die Nützlichkeit von Tabulaturen:
- wenn ein Stück über die offenen Stimmungen Re D oder Lautenstimmung hinaus geht
- alte Tabulaturen (z.B. Vihuela und Laute) geben nur als Tabulatur die spezifische Spielweise des Komponisten/Interpreten wieder, einschließlich der Unklarheiten über die Ornamentik
*Offtopic aus*

@fugenkomponist
Was ist denn eigentlich der Sinn dieser Umwandlung von GP in Lily? Die Notenschrift verlangt viel mehr Input (Fingersätze, Lagenbezeichnungen, Barre, Saitenbezeichnungen etc.). Das kann die Tabulatur gar nicht leisten und die Noten müssen immer per Hand nachgearbeitet werden. Dann kann man doch auch gleich alles in Lily direkt eingeben... oder?

Grüße von Trulli

fugenkomponist

  • Gast
Re: Guitar Pro → LilyPond
« Antwort #8 am: Montag, 13. Mai 2013, 18:21 »
Soweit ich weiß, lädt er sich diverse vorhandene Tabs runter und wollte die jetzt zu nem schönen PDF machen. Aber er hatte da wohl keine Lösung, die ihm gefallen hat, wenn ich das richtig verstanden hab.