Autor Thema: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen  (Gelesen 5640 mal)

temuta

  • Gast
Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« am: Freitag, 22. März 2013, 16:13 »
Hallo allerseits,

trotz intensiver Suche bin ich bei folgendem Problem nicht weitergekommen: Bis hin zum Barock ist es üblich, Notenköpfe, die normalerweise leer sind (meist Ganze oder Brevis), zu "kolorieren" (= zu schwärzen), um einen nicht erwarteten Rhythmus anzuzeigen. Ganz häufig taucht dies in Dreiertakten auf, bei denen im Takt eine Notenverteilung von 1:2 vorkommt, also z.B. im 3/1-Takt eine Verteilung Ganze - Brevis. Die zweite Note (im Beispiel die Brevis) wird dann komplett gefüllt (geschwärzt, "koloriert"). Langer Rede kurzer Sinn: Ich benötige eine Funktion, mit der Ganze oder Brevis einfach gefüllt werden können. Ich vermute ja, dass es irgendwie mit

\once \override NoteHead

funktioniert, aber wie genau? Danke für Eure Hilfe!

Burkard

harm6

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #1 am: Freitag, 22. März 2013, 21:26 »
Hallo Burkard,

Zitat von: temuta
Bis hin zum Barock ist es üblich, Notenköpfe, die normalerweise leer sind (meist Ganze oder Brevis), zu "kolorieren" (= zu schwärzen), um einen nicht erwarteten Rhythmus anzuzeigen. Ganz häufig taucht dies in Dreiertakten auf, bei denen im Takt eine Notenverteilung von 1:2 vorkommt, also z.B. im 3/1-Takt eine Verteilung Ganze - Brevis. Die zweite Note (im Beispiel die Brevis) wird dann komplett gefüllt (geschwärzt, "koloriert").

Das hab' ich noch nie gesehen. Kannst Du einen Scan oder einen link posten um es zu betrachten.

Zitat
Langer Rede kurzer Sinn: Ich benötige eine Funktion, mit der Ganze oder Brevis einfach gefüllt werden können.

Man kann einen Notenkopf durch einen anderen ersetzen, Auswahl hier:
http://lilypond.org/doc/v2.17/Documentation/notation-big-page#the-feta-font
oder einen neuen Notenkopf schaffen.

Hilfreich wäre aber zu wissen wo das und unter welchen Umstanden gemacht werden soll.
Mit anderen Worten:poste bitte eine kurzes, kompilierbares Beispiel.


Gruß,
  Harm

temuta

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #2 am: Samstag, 23. März 2013, 00:01 »
Hallo Harm,

hier ist ein Notentext aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sowie die Lilypond-Noten dazu:

\version "2.16.2"
Cantus =  \relative c'{
  d1 d d a'\breve b1 c1. b2 a1 g\breve
  a1 b\breve cis1 d\breve a1 c b\breve a\breve
  a1 c\breve a1 g\breve e1 f\breve d1 cis\breve
  e1 f\breve g1 a\breve g1 f c'\breve a
  g1 \[ fis \melisma g \melismaEnd \] e \set Score.measureLength = #(ly:make-moment 8 2) d\longa \bar "|."
}
LiedtextCantus = \lyricmode {
  ER -- schie -- nen ist der herr -- li -- che Tag/
  Dran sich nie -- mand gnug freu -- en mag/
  Christ un -- ser HErr heut tri -- um -- phirt/
  All sein Feind Er ge -- fan -- gen führt/
  Al -- le -- lu -- ja.
}
\score {
  <<
  \new Staff \with { instrumentName = #"Cantus" }
  \new Voice = "Cantus" { \clef soprano \key c \major \time 3/1 \Cantus }
  \new Lyrics \lyricsto Cantus \LiedtextCantus
  >>
}

In der Vorlage (die ohne Taktstriche auskommt) gibt es zwei Kolorierungen jeweils auf der Brevis: Im Takt 7 ("freuen") und im Takt 15 ("fangen"). Wie gesagt dient dies dem in der Musizierpraxis rascheren Erkennen des Rhythmus Ganze - Brevis in einem Notentext ohne Taktsriche. Ist der Rhytmus hingegen Brevis - Ganze (wie sehr oft), wird nicht koloriert. (Eigentlich eine sehr praktische Notationsregel!)

By the way: Wie kann man die vorgeschriebene Taktangabe ("C 3") anzeigen lassen und trotzdem über das Stück einen 3/1-Takt legen?

Mit dem Hinweis auf die neuen Notenköpfe komme ich übrigens auch nicht so recht weiter...

Viele Grüße & Danke,
Burkard

harm6

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #3 am: Samstag, 23. März 2013, 01:43 »
Hallo Burkard,

Zitat
hier ist ein Notentext aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
vielen Dank!. Tatsächlich habe ich das doch schon mal gesehen, aber immer für ein Druckproblem gehalten. ;)
Weißt Du, ob es musik-theoretische Quellen dazu gibt?

Zitat
sowie die Lilypond-Noten dazu
Anmerkung: Offensichtlich überträgst Du die Vorlage in moderne Notation verwendest aber den Sopran-Schlüssel.
Ich finde diese Notation immer befremdlich und würde eher bei Mensural-Notation bleiben.
Schönes LilyPond-Beispiel hier:
http://www.proportionallime.com/nonlime/lilypond/inGottgelaubich.pdf
Und wer kann denn heute noch den Sopran-Schlüssel lesen? :)

Nichtsdestotrotz habe ich zwei stencil-overrides geschrieben:
\fillBrevis
Hier habe ich mir einen anderen Notenkopf genommen und so über das Original gefummelt, daß es ausgefüllt ist.
Das ganze ist so programmiert, daß es nur wirkt wenn der Originalnotenkopf eine Brevis ist, sonst tut sich nichts.
Zitat
Mit dem Hinweis auf die neuen Notenköpfe komme ich übrigens auch nicht so recht weiter...
Es wäre schön gewesen, und mit weniger Aufwand verbunden, das Original einfach durch einen passenden anderen Notenkopf zu ersetzen.

\timeSig
Ersetzt die TimeSignature durch ("C 3"). Dieser Befehl ist aber nur bei \time 3/1 anwendbar.
Es gibt auch http://lsr.dsi.unimi.it/LSR/Item?id=725, welches man anpassen könnte.
Eine allgemeingültigere Funktion zu schreiben halte ich durchaus für möglich, war mir aber zu viel Arbeit. ;)

\version "2.16.2"

timeSig =
  \override Staff.TimeSignature #'stencil =
    #(lambda (grob)
      (let* ((C-sig (ly:font-get-glyph (ly:grob-default-font grob) "timesig.neomensural44"))
             (three (ly:font-get-glyph (ly:grob-default-font grob) "three"))
             (staff-space (ly:staff-symbol-staff-space grob)))
      (ly:stencil-combine-at-edge
        C-sig
        X
        RIGHT
        (ly:stencil-aligned-to
          (ly:stencil-scale
            three
            0.8 0.8)
          Y
          CENTER)
        (/ staff-space 2))))
   

fillBrevis = {
  \override NoteHead #'Y-extent =
   #(ly:make-unpure-pure-container
      ly:grob::stencil-height
      (lambda (grob start end) (ly:grob::stencil-height grob)))
     
  \once \override NoteHead #'stencil =
    #(lambda (grob)
       (let* ((stencil (ly:note-head::print grob))
              (duration-log (ly:grob-property grob 'duration-log))
              (new-head (ly:font-get-glyph (ly:grob-default-font grob) "noteheads.s2"))
       )
     (if (= duration-log -1)
       (ly:stencil-add
         stencil
         (ly:stencil-aligned-to
           (ly:stencil-rotate
             new-head
             150 0 0)
             X
             -1.2))
       stencil)))
}

Cantus =  \relative c'{
  d1 d d a'\breve b1 c1. b2 a1 g\breve
  a1 b\breve cis1 d\breve a1 c
  \fillBrevis
  b\breve
  a\breve
  a1 c\breve a1 g\breve e1 f\breve d1 cis\breve
  e1 f\breve g1 a\breve g1 f
  \fillBrevis
  c'\breve
  a g1 \[ fis \melisma g \melismaEnd \] e
  \set Score.measureLength = #(ly:make-moment 8 2)
  d\longa \bar "|."
}
LiedtextCantus = \lyricmode {
  ER -- schie -- nen ist der herr -- li -- che Tag/
  Dran sich nie -- mand gnug freu -- en mag/
  Christ un -- ser HErr heut tri -- um -- phirt/
  All sein Feind Er ge -- fan -- gen führt/
  Al -- le -- lu -- ja.
}
\score {
  <<
  \new Staff \with { instrumentName = #"Cantus" }
  \new Voice = "Cantus" { \clef soprano \key c \major \timeSig \time 3/1 \Cantus }
  \new Lyrics \lyricsto Cantus \LiedtextCantus
  >>
}

Gruß,
  Harm

temuta

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #4 am: Samstag, 23. März 2013, 21:24 »
Hallo Harm,
super, vielen Dank! Beide Funktionen tun genau das Richtige, perfekt!

Zitat
Weißt Du, ob es musik-theoretische Quellen dazu gibt?

Auf Anhieb nicht. Müsste ich mal nachforschen...

Zitat
Anmerkung: Offensichtlich überträgst Du die Vorlage in moderne Notation verwendest aber den Sopran-Schlüssel.

Ja, allerdings habe ich den Sopranschlüssel im LP-Beispiel nur für den 1:1-Vergleich eingefügt. In der Edition selber wird da der G-Schlüssel stehen. Denn Du hast recht: Wer kann heute noch den Sopranschlüssel lesen? Ich schon, aber das ist eher die Ausnahme...  :)

Nochmals großen Dank und schönen Abend,
Burkard

prott

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #5 am: Samstag, 23. März 2013, 22:07 »
Zitat
hier ist ein Notentext aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
vielen Dank!. Tatsächlich habe ich das doch schon mal gesehen, aber immer für ein Druckproblem gehalten. ;)
Weißt Du, ob es musik-theoretische Quellen dazu gibt?

Es gibt immer wieder Stimmen, die das Buch veraltet nennen; die Darstellung könnte wohl auch weniger umständlich sein, aber es ist halt ein Standardwerk: "Notation der polyphonen Musik 900-1600" von Willi Apel. Nähere Infos bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Apel

Eine Einführung im Internet gibt es von Alain Naigeon
http://anaigeon.free.fr/e_index.html
und dann oben auf "Coloration" klicken - der Abschnitt ist aber ohne die "Mensuration" (und evtl. "Ligatures") zu verstehen nur wenig erhellend - das liegt in der Natur der Sache.


fugenkomponist

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #6 am: Samstag, 23. März 2013, 22:20 »
Off-Topic: Ich könnte mir vorstellen, dass die Leute, die sich mit solcher Musik befassen, öfter auch den Sopranschlüssel lesen können; und wenn nicht, dann lernen sie ihn.
Aber nicht nur die: Das ist auch eine Sache der Übung, ich glaub, wenn man ungefähr drei Schlüssel kann, kann man sie alle, weil man dann irgendwann viel in Intervallen und Harmonien liest und denkt. Ich selbst hab bisher kaum alte Musik gespielt, spiele aber Klavier (Violin-, Bassschlüssel), Cello (Bass-, Tenor-, Violinschlüssel), habe auch schon Bratschen-, Klarinetten- und Hornstimmen auf dem Cello gespielt (Alt-Schlüssel, Transpositionen B, A, F), Sänger begleitet (Transpositionen Ces, Cis, D etc.)), 4-stimmige Sätze gespielt (drei verschiedene Schlüssel gleichzeitig). Das kam alles Stück für Stück und wurde mit der Zeit immer einfacher …

prott

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #7 am: Samstag, 23. März 2013, 22:37 »
Ach so:
Die Schwärzung in normaler Notation vorzunehmen, ist für Otto Normalmusiker eher weniger hilfreich, ebenso wie ein Sopranschlüssel. Es gibt aber die Konvention, Schwärzungen durch Haken über der Note anzudeuten (sie sehen aus wie eine Triolenklammer, deren horizontaler Balken bis auf die Ansätze an den Enden entfernt wurde). Ich finde, daß sie eher Fragen aufwerfen als Klarheit schaffen und benutze sie deshalb nicht und weiß so auch nicht, wie man das mit Lilypond machen müßte. Irgendwie geht das sicher.

Es gibt aber einen Fall, der nicht eindeutig ist: Eine geschwärzte Semibrevis (Ganze Note) und eine geschwärzte Minima (Halbe) kann entweder einen triolischen Rhythmus (älter) oder einen punktierten Rhythmus (jünger) bedeuten. Nur: Wenn dann ein normaler Musiker bloß einen schwarzen Notenkopf ohne Hals und eine Viertel liest, steht er auf dem Schlauch.

harm6

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #8 am: Sonntag, 24. März 2013, 15:42 »
Hallo prott,

Zitat von: prott
Zitat von: harm6
    vielen Dank!. Tatsächlich habe ich das doch schon mal gesehen, aber immer für ein Druckproblem gehalten.
    Weißt Du, ob es musik-theoretische Quellen dazu gibt?

Es gibt immer wieder Stimmen, die das Buch veraltet nennen; die Darstellung könnte wohl auch weniger umständlich sein, aber es ist halt ein Standardwerk: "Notation der polyphonen Musik 900-1600" von Willi Apel. Nähere Infos bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Apel

Eine Einführung im Internet gibt es von Alain Naigeon
http://anaigeon.free.fr/e_index.html
und dann oben auf "Coloration" klicken - der Abschnitt ist aber ohne die "Mensuration" (und evtl. "Ligatures") zu verstehen nur wenig erhellend - das liegt in der Natur der Sache.

Vielen Dank. Wieder etwas gelernt!

Zitat von: prott
Die Schwärzung in normaler Notation vorzunehmen, ist für Otto Normalmusiker eher weniger hilfreich, ebenso wie ein Sopranschlüssel. Es gibt aber die Konvention, Schwärzungen durch Haken über der Note anzudeuten (sie sehen aus wie eine Triolenklammer, deren horizontaler Balken bis auf die Ansätze an den Enden entfernt wurde). Ich finde, daß sie eher Fragen aufwerfen als Klarheit schaffen und benutze sie deshalb nicht und weiß so auch nicht, wie man das mit Lilypond machen müßte. Irgendwie geht das sicher.

Volle Zustimmung!
Ganz generell ist es problematisch alte Notationsformen in unsere heutige Notenschrift zu übertragen.
Schon die Taktangabe und die Verwendung von Taktstrichen hat andere Implikationen als früher.
Die Abwägung wie man was überträgt ist mitunter schwierig.
Auf die Kolorierung der brevis würde ich verzichten, wie prott schon ausführte ist das heute nicht mehr verständlich (wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann ;) ).

Im konkreten Fall:
Das moderne Zeichen für eine brevis gefällt mir überhaupt nicht. Da würde ich
[\once] \override Staff.NoteHead #'style = #'baroque
benutzen. Allerdings wird dann \fillBrevis nicht mehr funktionieren. Diese Funktion müßte man dann anpassen.
Die Taktstriche entweder entfernen oder kleiner machen:
\version "2.16.2"

{
        \override Staff.BarLine #'bar-extent = #'(-1 . 1)
        % or:
        %\override Staff.BarLine #'stencil = #point-stencil
        \override Staff.NoteHead #'style = #'baroque
        c''\breve
}

Eine andere Überlegung wäre es das alte Notenbild 1:1 zu übertragen (soweit möglich).
LilyPond ist für die Notation alter Musik nicht immer gut entwickelt, ich meine aber, daß es zumindest für dieses Beispiel funktionieren würde.


Gruß,
  Harm

prott

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #9 am: Montag, 25. März 2013, 22:28 »
Für Taktstriche gibt es bereits eine Lösung, bei der man allerdings auch Nachteile finden kann, wenn man danach sucht: Mensurstriche, die zwischen den Systemen einer Akkolade gesetzt werden. Ihr Vorteil ist, daß sie die Musik nicht zerschneiden, und man auch über einen Mensurstrich hinweg eine Ganze Note nicht in zwei übergebundene Halbe zerlegt werden müssen. Dann sehen gleichartige Motive auch gleich aus. Ihr Nachteil ist natürlich, daß sie den Text zerschneiden. Aber ganz ohne Striche sind die meisten heutigen Musiker verloren.

Ich selbst benutze sie immer für Musik, die ohne Taktstriche komponiert wurde. Hugo Distler hat sie bei den Verlegern für seine eigene Musik durchgesetzt.

Zur Technik unter Version 2.14.1: Ich benutze keinen ChoirStaff sondern eine
\new StaffGroup \with {\override BarLine #'transparent = ##t}{
  <<
    ... Hier die einzelnen Staves.
  >>
}

Die StaffGroup erzeugt ganz durchgehende Linien, die mit dem Override innerhalb der Systeme wieder entfernt werden.
Der Text für das unterste System muß außerhalb dieser StaffGroup erzeugt werden, sonst wird auch der von Mensurstrichen zerlegt, was eher unüblich und deutlich unästhetisch ist:
\context Lyrics = BassLyrics \lyricsto "Bass" { \bassLyrics }

Es gibt auch einen ganz ähnlichen Schnipsel: http://lsr.dsi.unimi.it/LSR/Snippet?id=396
der sagt auch etwas zum Schlußstrich.

Amandus

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #10 am: Freitag, 12. April 2013, 19:23 »
Hallo,

ich hänge mich mal an diesen Thread ran, da mein Problem dem Betreff mit den geschwärzten Notenköpfen entspricht.

Ich baue einen Psalmton nach wie in der Vorlage im Anhang.

Dazu habe ich von
http://lilypond.org/doc/v2.15/Documentation/learning/ancient-notation-templates.de.html die
A.6.2 Vorlage zur Transkription von Gregorianik
genommen, angepaßt und mit \fillBrevis versehen.

Leider erhalte ich damit keine geschwärzten Notenköpfe. Mein Stand ist momentan der hier:
\version "2.16.1"
\include "gregorian.ly"

fillBrevis = {
  \override NoteHead #'Y-extent =
   #(ly:make-unpure-pure-container
      ly:grob::stencil-height
      (lambda (grob start end) (ly:grob::stencil-height grob)))
     
  \once \override NoteHead #'stencil =
    #(lambda (grob)
       (let* ((stencil (ly:note-head::print grob))
              (duration-log (ly:grob-property grob 'duration-log))
              (new-head (ly:font-get-glyph (ly:grob-default-font grob) "noteheads.s2"))
       )
     (if (= duration-log -1)
       (ly:stencil-add
         stencil
         (ly:stencil-aligned-to
           (ly:stencil-rotate
             new-head
             150 0 0)
             X
             -1.2))
       stencil)))
}

chant = \relative c' {
  \set Score.timing = ##f
  e4 g4 \bar ":"
  a\breve \teeny \parenthesize g\fillBrevis a\breve \normalsize g4 a4 b\breve^\markup { \bold \abs-fontsize #8 / } \parenthesize a\fillBrevis \bar "|"
}

verba = \lyricmode {
}

\score {
  \new Staff <<
    \new Voice = "melody" \chant
    \new Lyrics = "one" \lyricsto melody \verba
  >>
  \layout {
    \context {
      \Staff
 \remove "Time_signature_engraver"
      \remove "Clef_engraver"
      %\remove "Bar_engraver"
      \override Stem #'transparent = ##t
      \override Flag #'transparent = ##t
    }
    \context {
      \Voice
      \override Stem #'length = #0
    }
    \context {
      \Score
      %barAlways = ##t
    }
  }
}

Auch sind die Klammern viel zu winzig. Die Klammern sollen bei diesem Beispiel anzeigen, daß die mit Begrenzungslinien versehene Note auch ausfallen kann.

Vielleicht ist die Verwendung von \breve hier nicht angebracht, da es ja bei Psalmtönen keinen Takt gibt. Ich bin auch kein Experte in diesen Dingen, doch brauche ich etwas, was so wie im aktuellen kath. Kirchengesangsbuch »Gotteslob« aussieht.

Weiß jemand weiter?

harm6

  • Gast
Re: Kolorierung (Schwärzung) von Notenköpfen
« Antwort #11 am: Freitag, 12. April 2013, 21:04 »
Hallo Amandus,

Zitat
Leider erhalte ich damit keine geschwärzten Notenköpfe
[...]
Auch sind die Klammern viel zu winzig.
Die Klammern sollen bei diesem Beispiel anzeigen, daß die mit Begrenzungslinien versehene Note auch ausfallen kann.

ich bin nicht sicher was Du erreichen willst; Deine Beschreibung, "mit Begrenzungslinien versehene Note", ist mir auch unklar.

Aber soviel kann ich sagen
\fillBrevis ist ein Befehl mit der Struktur/Wirkung von \once \override ...
er muß also vor die Note, die verändert werden soll.
{ \fillBrevis a } sollte klappen.

Man könnte natürlich stattdessen einen tweak definieren (für wirklich punktuelle Wirkung). Oder etwas wie \fillBrevisOn bzw \fillBrevisOff, um einen Bereich anzugeben in dem der Befehl wirken soll...

Die Klammer ist auch deshalb so klein, weil Du vorher \teeny benutzt. Dem kannst Du mit
\once \override ParenthesesItem #'font-size = #2
begegnen.

HTH,
  Harm